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Grassimesse Leipzig 2017: Highlights

Verantwortlicher Autor: Prof. Dr. Richard Streich Paderborn, 04.11.2017, 17:49 Uhr
Presse-Ressort von: Prof. Dr. Richard K. Streich Bericht 5673x gelesen
Grassimesse Leipzig 2017
Grassimesse Leipzig 2017  Bild: www.grassimesse.de

Paderborn [ENA] Die Grassimesse ist ein internationales Forum für Angewandte Kunst und Design. Sie steht in der Tradition der 1920 begründeten und als “Treffpunkt der Moderne” berühmt gewordenen historischen Grassimessen. Seit ihrer Neugründung 1997 findet sie einmal jährlich am letzten Oktoberwochenende statt.

Die Grassimesse lädt zum Schauen, Informieren und Kaufen ein. Kunsthandwerker, Designer und Firmen bieten Unikate, Kleinserien und beispielhafte Industrieerzeugnisse u.a. aus den Bereichen Textil, Mode, Schmuck, Keramik, Glas, Möbel, Metall, Leder, Papier und Spielzeug an. Die Grassimesse reflektiert damit die Ideenwelt und Vielfalt sowohl zeitgenössischer angewandter Kunst als auch Design und fördert künstlerische Entwicklungen und schärft das Bewusstsein für gestalterische Qualität. Durch Auslese und internationale Ausrichtung ermöglicht die Grassimesse einen umfassenden Blick auf Innovationen und Tendenzen, aber auch auf langfristige Entwicklungen.

Für die Teilnahme an der vom 20.10. bis 22.10.2017 stattgefundenen Grassimesse im Leipziger Grassi Museum für Angewandte Kunst hatten sich 220 Designer, Künstler, Kunsthandwerker, Künstlergemeinschaften und Absolventen beworben. Eine Fachjury hat insgesamt 100 Aussteller aus ganz Europa ausgewählt, die sich an 70 Messeständen vorstellten. Die dreitägige Grassimesse gilt als eine der führenden internationalen Verkaufsmessen für angewandte Kunst und Design, als Melting Pot für Kreative, Galerien, Einkäufer und Besucher.

Die Schwerpunkte der diesjährigen Grassimesse lagen in den Bereichen Schmuck und Keramik. Von handwerklich exzellent gearbeitetem Halsschmuck aus Hightechmaterial über Broschen aus Vintagematerialien bis hin zu Colliers, die Stadtplänen europäischer Metropolen nachempfunden waren, reichte das Spektrum. Im Bereich Keramik spannte sich der Bogen von alltagstauglichen Objekten bis hin zu freien künstlerischen Arbeiten. Papier und Buchkunst waren in diesem Jahr mehrfach vertreten.

Kristina Rothe aus Leipzig schaffte bspw. papierne Gefäße mit exzentrisch aufgebauten Wandungen, Kira Kotliar aus Hamburg formte fröhliche Figuren aus Pappmaché, Susanne Holzinger (Regensburg) widmete sich dem Abfallprodukt aus Papier und seiner Verarbeitung. Bei der Bearbeitung ihrer bisherigen Papierarbeiten entstand ein feiner bunter Staub. Zu schön, um ihn wegzuwerfen.

So hat sie den Staub sortenrein gesammelt und ihre gefalteten Papiergefäße mit feinem Staub kaschiert. Diese „Staubgefäße“ faszinierten mit einer fremdartigen, sehr ungewöhnlichen Textur und Haptik. Darüber hinaus konnten sich die Besucher freuen auf international bekannte Glas-Künstler, junge Möbel-Aussteller, gestandene Textil- und Hutgestalter sowie in den Bereichen Spielzeug, Metall und Papier arbeitende Künstler und Designer.

Auch in diesem Jahr wartete die Grassimesse mit einem Spezialthema auf. Aktuelles Kunsthandwerk aus Wales (GB) stand im Fokus. Insgesamt acht Kunsthandwerker und Designer verkauften aktuelle Arbeiten. Daneben stellten sich Absolventen und Studierende von vier deutschen Hochschulen sowie der Leipzig School of Design den Besuchern vor. Rund die Hälfte der Aussteller präsentierte sich erstmals auf der Grassimesse, alle weiteren Teilnehmer waren bereits auf einer der vergangenen Messen vertreten.

Die historischen Wurzeln der Grassimesse liegen im Jahr 1920 Damals wie heute sind künstlerische Qualität in Gestaltung und Ausführung ebenso wie Eigenständigkeit und Experimentier-freudigkeit entscheidende Kriterien für die Auswahl der Jury. Die Fachjury wählte nach eingehender Sichtung der Arbeiten aller 100 ausstellenden Künstler, Designer, Kunsthandwerker und Fachhochschulen folgende Preisträger: Der mit 3.000 € dotierte „Grassipreis der Carl und Anneliese-Goerdeler-Stiftung“ ging an die Keramikerin Sonngard Marcks (*1959). Sie verbindet Virtuosität als Zeichnerin mit dem Handwerk der Keramikerin.

Den mit 2.000 € dotierten „Grassipreis der Sparkasse Leipzig“ erhielt formverleih aus Leipzig. Unter ihrem Label formverleih entwickeln Daniel Böttcher und Marlene Schroeder gut gestaltete Möbel und Wohnaccessoires. Der mit 2.000 € ausgelobte „Apolline-Preis“ ging an die aus Litauen stammende und ebenfalls in Leipzig arbeitende Textilkünstlerin Juraté Ridziauskaité (*1979). Die in den Einstecktüchern verborgende Geste erinnerte an die Zeit des Dandys im 19. Jahrhundert.

formverleih: Schlote (Räuchertürme), aus Beton gegossen
Juraté Ridziauskaité: Einstecktücher in Schachtel, Baumwolle, Seide, Leinen, handgenäht, handbestickt
Svenja John: Armschmuck, Polycarbonat, Makrolen/Nylon, Wasserstrahltechnik/3D Print, Laser-Sinter-Technologie

Über den mit ebenfalls 2.000 € dotierten „Grassipreis der Galerie Slavik/Wien“ kann sich Svenja John (*1963) freuen. Ihre aus Polycarbonat Makrolon bestehenden und mit computergestützten Schneidtechniken hergestellten Schmuckarbeiten überzeugten die Jury. Der von der Firma culturtraeger gestiftete Grassi-Nachwuchspreis ging an die Burg-Studierenden Amélie Ikas und Chris Walter (Industriedesign) für ihr Projekt „sitzen stehend Leute“. Die Veranstaltung fand statt im Grassi-Museum für Angewandt Kunst, Johannisplatz 5-11, 04103 Leipzig, Telefon: +49(0)341/2229100, www.grassimuseum.de, www.grassimesse.de.

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